Differenzbesteuerung im Autohandel: einfach erklärt
Das Wichtigste in Kürze
- Du zahlst Steuer nur auf deinen Gewinn pro Auto.
- Das gilt vor allem beim Ankauf von Privatleuten.
- Auf der Rechnung darf keine Steuer stehen.
Die Differenzbesteuerung im Autohandel klingt kompliziert. Ist sie aber nicht. Sie ist sogar dein bester Freund als Händler. Wer sie versteht, rechnet von Anfang an sicher.
Was ist die Differenzbesteuerung im Autohandel?
Du zahlst Umsatzsteuer nur auf deinen Gewinn pro Auto. Nicht auf den ganzen Verkaufspreis.
Gewinn heißt hier: Verkaufspreis minus Einkaufspreis. Die Regel steht in § 25a UStG.
Warum gibt es das? Kaufst du ein Auto von Privat, bekommst du keine Steuer zurück. Müsstest du dann den ganzen Preis versteuern, bliebe kaum etwas übrig. Diese Regel schützt dich davor.
Wann darf ich sie nutzen?
Vor allem dann, wenn du ein Auto von einer Privatperson kaufst.
Es passt auch, wenn du kaufst von:
- einem Händler, der selbst so abgerechnet hat (das steht auf seiner Rechnung)
- Kleinunternehmern, die keine Umsatzsteuer berechnen
Kaufst du von einer Firma mit Steuer auf der Rechnung? Dann gilt meist die normale Besteuerung. Dazu sagt man Regelbesteuerung.
Wie rechne ich die Steuer aus?
Du nimmst deinen Gewinn und rechnest die Steuer heraus: Gewinn mal 19, geteilt durch 119.
| Schritt | Betrag |
|---|---|
| Verkauf an den Kunden | 10.000,00 € |
| Einkauf von Privat | 8.000,00 € |
| Gewinn (Marge) | 2.000,00 € |
| Steuer (19/119) | 319,33 € |
| Bleibt dir vor Kosten | 1.680,67 € |
Zum Vergleich: Ohne diese Regel wären es 1.596,64 € Steuer. Dir blieben nur 403,36 €.
Wichtig: Jedes Auto zählt für sich. Machst du mit einem Auto Verlust, zahlst du dafür keine Steuer. Den Verlust kannst du aber nicht mit einem anderen Auto verrechnen.
Was muss auf der Rechnung stehen?
Auf der Rechnung darf keine Umsatzsteuer stehen. Dafür muss ein Hinweis drauf.
Der Hinweis lautet zum Beispiel: „Gebrauchtgegenstände/Sonderregelung“.
Schreibst du trotzdem Steuer auf die Rechnung, musst du sie zusätzlich zahlen. Das kann teuer werden.
Gut zu wissen: Firmenkunden können aus so einer Rechnung keine Steuer zurückholen. Für sie ist die normale Besteuerung oft besser. Du kannst bei jedem Auto neu entscheiden.
Welche Fehler passieren oft?
Die meisten Fehler sind klein, aber teuer.
- Steuer auf die Rechnung schreiben.
- Den Kaufvertrag vom Einkauf nicht aufheben.
- Vergessen, dass im Gewinn noch Steuer steckt.
- Kosten für Reinigung oder Reparatur zum Einkaufspreis rechnen. Das ist nicht erlaubt.
Kann ich als Autohändler Kleinunternehmer sein?
Meistens nicht. Die Grenzen sind im Autohandel schnell erreicht.
Kleinunternehmer zahlen keine Umsatzsteuer. Seit 2025 gilt das nur bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr. Und bis 100.000 € im laufenden Jahr. Gezählt wird der ganze Verkaufspreis, nicht nur dein Gewinn. Schon wenige Autos reichen also. Mehr dazu im Artikel zur Gewerbeanmeldung im Autohandel.
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Dieser Artikel ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.